Redtube Abmahnung und das Ende?!

Tja… da betrachtet man seit Tagen die einschlägigen Medien und stellt sich immer wieder die gleichen Fragen: Wie sind die nur an die IPs gekommen? Und warum zum Teufel hat das Gericht dem Auskunftsersuchen statt gegeben?

Heute also sind wieder ein paar Details ans Licht gekommen. Und die gute Nachricht ist – in ihrer Gier scheint den Anwälten neben dem augenscheinlichen Betrug an der deutschen Justiz auch noch ein Formfehler unterlaufen zu sein. Derzeit spricht einiges dafür das die verschickten Abmahnungen für das ansehen eines Films auf Redtube schlicht unwirksam sind. Die Unterlassungserklärung genügt wohl nicht der aktuellen Rechtsprechung. Sollte sich das bestätigen, dürften die Betroffenen noch etwas ruhiger schlafen. Infos dazu gibt es hier:
via Heise.de

Bisher gibt es immer noch keine Informationen darüber wie man an die IP-Adressen gekommen ist. Von gemieteter Werbefläche bis hin zu Schadsoftware reicht das Angebot an Spekulationen. Ich denke, das man schlicht Werbung auf dem Portal gemietet hat um dann die übermittelten Daten auszuwerten. Dagegen spricht, das bisher nur Kunden der Telekom abgemahnt wurden. Aber vielleicht war dieser Anbieter einfach besonders schnell bei der Herausgabe von persönlichen Daten aufgrund einer ziemlich dünnen richterlichen Entscheidung?! Okay, machen wir der Telekom an der Stelle keinen Vorwurf! Aber wir sollten uns schon fragen, mit welcher Sorgfalt solche Anträge bei den Richtern in Köln gelesen werden! Und gerade wenn die Anwälte versuchen, mit verschleierten Gesuchen das Gericht hinters Licht zu führen, würde ich erwarten das die zuständigen Kammern ihnen die Anträge um die Ohren hauen! Anscheinend haben das auch einige Kammern in Köln getan denn nicht allen Anträgen wurde statt gegeben. Was bei den übrigen passiert ist, wird sich hoffentlich noch heraus stellen. Ich würde mir wünschen das Hr. Schaar jetzt auf der Bildfläche erscheint und nochmal deutlich eine Diskussion über das bisherige Modell von Urheberrechtsverletzung fordert! Anscheinend ist das System hochgradig ineffizient und für die Betroffenen schlicht gefährlich. Wie viel Streit mag es wohl in den vergangenen Tagen zwischen Eltern und Kindern gegeben haben? Oder Freund und Freundin? Und so weiter und so weiter…

Ich würde mir wünschen, das ein wohlhabender Betroffener sämtliche rechtliche Mittel ausnutzt um die Kanzlei U&C dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Und ebenso sollte man den Hintermännern – jene die die IPs anliefern und sich derartige Konzepte ausdenken, das Leben so schwer wie möglich machen. Aber auch das Gericht das mehr oder weniger blind Anträge durchwinkt, sollte ausgetauscht werden. In diesem Zusammenhang sollte noch erwähnt werden, das man Einspruch gegen die Herausgabe der IP-Adresse vor dem Gericht einlegen kann. Hilft wohl nicht viel, kostet aber auch nichts. Und schaden kann es wohl auch nicht. Und sei es nur, damit die Herrschaften dort erkennen, das irgendwas an ihrer Entscheidung nicht richtig gewesen sein kann.

Letztlich bleibt aber nur eine öffentliche Diskussion darüber, ob es vermeintlichen Rechteinhabern so leicht gemacht werden sollte, an die Daten von ebenfalls vermeintlichen „Tätern“ zu gelangen. Diese Diskussion bitte direkt nach der Feier zur Schließung der Kanzlei U&C.

Links zum Thema:

Benny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.