Drosselung bei T-Online-Anschlüssen

Nun ist es also amtlich. Die Telekom führt für alle DSL-Geschwindigkeiten eine Drosselung ein, sofern ein bestimmter Traffic überschritten wurde. Was bisher den VDSL und Glasfaseranschlüssen vorbehalten war, soll in Zukunft für alle Geschwindigkeitsstufen ab ADSL 2+ (16MBit/s) gelten. Betroffen sind Neuverträge die ab dem 2. Mai abgeschlossen werden. Für Bestandskunden ändert sich nichts. Bis auf weiteres. Und eine derartige Änderung des Leistungsumfanges dürfte ein Sonderkündigungsrecht beinhalten. Also für diejenigen die derzeit Kunde der Telekom sind, bleibt alles so wie es ist.

Bleiben also die Neuverträge. Aber auch für die gibt es eine kleine Entwarnung. Die Telekom selbst führt die Vertragsklausel ein, um in Zukunft bremsen zu können wenn es nötig sein sollte. In naher Zukunft will man davon wohl keinen Gebrauch machen.
Davon abgesehen, sind die Trafficgrenzen recht großzügig. Bei einem ADSL 2+ Anschluss muss man schon auf 75 GB Datenvolumen kommen um davon betroffen zu sein. Und das markiert die unterste Grenze der Staffelung. Für die allermeisten Nutzer dürfte das kein Problem sein. Anders sieht es bei Geschäftskunden aus. Aber hier wird sich wohl noch zeigen müssen, was für Tarife man sich seitens der Telekom dafür ausdenkt.

Nicht mitberechnet wird bei alle dem das was unter anderem auch richtig Traffic verursacht: IPTV und VoIP. Beides wird dem Gesamtvolumen nicht hinzugerechnet. Gerade letzteres wäre auch ziemlich unfair angesichts der geplanten Umstellung auf VoIP im Netz der Telekom.

Alles in allem also, nicht so tragisch. Es wird sich zeigen was daraus auch tatsächlich wird. Es wäre nicht das erste Mal das solche Angriffe auf die Flatrates nach einiger Zeit wieder stillschweigend zurückgenommen werden. Solange sich ein paar Anbieter finden die dabei nicht mitspielen, dürfte der Schwund an Kunden auch der Telekom auffallen. Und da in Deutschland Telefon und Internet defacto immer noch miteinander verknüpft sind, verliert man also gleich an zwei Fronten.
Es sollte sich also erst mal niemand übertriebene Sorgen machen. Warten wir ab was kommt. Wenn es überhaupt kommt.

Benny

//Nachtrag\\

Natürlich gibt es Fälle, in denen ist 75 GB Datenvolumen – zumal der Upload vermutlich hinzugerechnet wird – nicht all zu viel ist. Wie bei Udo Vetter zu lesen ist, kann es schnell knapp werden wenn man zum Konsum diverser Medien neigt.
Ich muss gestehen, das ich beim schreiben solche Anwendungen nicht auf dem Schirm hatte weil sie für mich kein Thema sind. Aber tatsächlich sollte das bedacht werden wenn man z.B. HD Filme übers Internet beziehen möchte…
Die Hinweise zur Netzneutralität werde ich vielleicht mal später für sich alleine kommentieren. Das Thema ist an sich zu komplex.

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