Auf Wiedersehen XP

Immer öfter sage ich folgende Worte: „Im April ist für den Rechner eh schluss…“
Und jedes Mal folgt diesem Statement in etwa das selbe Gespräch. Also möchte ich hier jetzt einfach mal aufschreiben, warum ein Rechner mit XP als Betriebssystem ab April 2014 einfach nicht mehr geeignet ist um damit zu surfen.

Nach dem 8. April 2014 verteil Microsoft keine Sicherheitsupdates mehr für XP. Das bedeutet keinesfalls das das System nach diesem Datum nicht mehr benutzbar wäre. Es heißt einfach nur, das die aufgedeckten Sicherheitslücken nach diesem Datum nicht mehr aktiv geschlossen werden. XP ist aber noch recht weit verbreitet, so das es als Angriffsziel immer noch attraktiv sein wird. Die bösen Jungs haben also allen Grund, ihre Bemühungen zu intensivieren. Dabei kommt ihnen der Umstand zugute, das Sicherheitslücken oft in mehreren Betriebssystemen auftreten. Wenn ich also weiß das eine Lücke in Windows 7 geschlossen wurde, kann ich recht leicht abschätzen ob dieses Problem in XP auch besteht. Ist dem so, weiß ich wie ich diese Lücke ausnutzen kann und kann mir sicher sein, das sie von Microsoft nicht geschlossen wird.
Bedingt dadurch, werden auch kleinere Lücken – die für andere Systeme kein Problem dastellen – für XP sehr schnell zu einer ernsthaften Gefahr.

Und nein, auch ein guter, aktueller Virenscanner kann da nicht auf Dauer helfen. Letztlich kann ein Virenscanner nur im Kontext seines Betriebssystems arbeiten. Ist das anfällig für Angriffe, ist es nur eine Frage der Zeit bis eine Angriffsmethode aufkommt, die in der Lage ist den AV-Scanner zu deaktivieren.

Neben der kritischen Sicherheitslage, gibt es aber auch andere Gründe dieses Support-Ende ernst zu nehmen. Microsoft ist nicht die einzige Firma die den Support des immerhin 13 Jahre alten XP einstellen wird. Gerade kommerzielle Software wird es wohl nicht mehr lange für XP geben. In erster Linie liegt das daran, das die Firmen ebenfalls bei Microsoft keinen Support mehr bekommen. Außerdem gibt es mittlerweile schon drei Nachfolger für XP. Die gleichzeitige Entwicklung für verschiedene Systeme kostet Zeit und damit Geld. Selbst wenn sie so ähnlich sind wir Windows 7 und 8.
Aber auch hier spielt Sicherheit irgendwann eine Rolle. Wenn beispielsweise Oracle oder Adobe den Support ihrer Produkte für XP einstellen würden, wäre man auf der letzten Programmversion festgenagelt. Gerade bei Browser-Plugins wie Java oder dem Flashplayer ist das eine Katastrophe.

Wir sehen, ab April ist es nur noch eine Frage der Zeit bis die Maschine Zuhause – selbst wenn sie gut gesichert und gepflegt ist – sich irgendwas böses einfängt. Und selbst wer davon verschont bleibt – was meiner Erfahrung nach selbst heute so gut wie niemand ist – wird feststellen das es mit der Zeit immer weniger Software beziehungsweise Updates für das eigene System gibt.

Und selbst wenn man kein Onlinebanking oder Shopping bereibt, sollte man überlegen ob die eigenen Daten nicht trotzdem irgendwie wichtig sind. Schadsoftware die Daten verschlüsselt um so den Benutzer zu erpressen ist allgegenwärtig.
Die Sicherheitsarchitektur von XP ist alt. Sie war mal gut, aber heute ist sie einfach nicht mehr zeitgemäß. Es ist an der Zeit das Betriebssystem zu wechseln und Microsoft tut gut daran, das Supportende jetzt so bald kommen zu lassen. Man sollte als Benutzer keine Sorge darum haben das irgendwas an den neuen Systemen unverständlich oder übermäßig kompliziert ist. Alle die ich bisher mit 7 oder 8 bekannt gemacht habe, können es sovärener bedienen als XP. Und letztlich ist für die meisten das Betriebssystem nur eine Ausführungsschicht für ihre Programme. Es muss nur einen Ort geben, an dem die Icons der Programme liegen. Der Rest ergibt sich von selbst.

Benny

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